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VOM ORNAMENT ZUR LINIE
Der frühe Insel-Verlag 1899-1924
 
Vom Ornament zur Linie ist der Titel für den Versuch, am schlichten Beispiel des frühen In-sel-Verlags eine der wenigen Phasen der deu-tschen Kulturgeschichte zu erfassen, in der das ästhetische Niveau dem intellektuellen  gleich-kam, in der also Werke entstanden, bei denen Form und Inhalt einander ergänzten und nicht auseinanderklafften. Daß dieses so klassische Ideal ausgerechnet im Übergang zur Moderne auf kurze Zeit Wirklichkeit wurde, macht den besonderen Reiz unseres Projekts aus. Der er-ste Band dieser auf drei Bände angelegten Ausgabe bezeichnete zugleich die Geburts-stunde des Triton Verlags im Jahre 1999: in diesem Band wurde durch Essays unterschied-licher Spezialisten, durch die Prägnanz mög-lichst getreuer Illustrationen, durch die Doku-mentation der zeitgenössischen Intentionen der Versuch begonnen, den Umbruch zur Moder-ne als einen beflügelnden Aufbruch darzustel-len, und dies mit dem Anspruch wissenschaft-licher Genauigkeit, vor allem aber in der Auf-fassung, einer letzten an der Schönheit orien-tierten Generation von Künstlern und Verle-gern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Die beiden von Beginn an in Aussicht genommenen Folgebände sind bereits bis ins Detail konzi-piert, mußten aber bis heute, bis ins Jahr 2008, hinter zwei anderen Projekten zurückstehen. In beiden wird, wieder in einem dreifachen An-satz, versucht werden, jener Harmonie von In-halt und Form, die der frühe Insel-Verlag an-strebte, zu entsprechen: einerseits durch eine sinnliche Greifbarkeit der Illustrationen, an-dererseits durch Essays, in denen geistige Be-züge in wichtigen Ausgaben des Verlags dar-gestellt werden. Endlich durch einen detail-lierten Katalog sämtlicher unter Schröder und Heymel, Poellnitz und Kippenberg erschiene-nen Ausgaben. Im zweiten Band wird dieser Katalog die Jahre 1899 bis 1907 umfassen, im dritten die Jahre 1908 bis 1914. In ihm sollen die Ausgaben des Insel-Verlags nicht nur auf-geführt, beschrieben und, fast durchweg,  illu-striert werden, sondern es werden, als Doku-mentation der geistigen Ausrichtung des Ver-lags, dessen zeitgenössische Zeugnisse gesam-melt, um dem Leser vor Augen zu führen, nicht nur wie, sondern warum damals Bücher ver-legt wurden. Der Verleger des Triton Verlags hofft, in den nächsten Jahren auch diese beiden Folgebände wie ihren Vorgänger realisieren zu können, bestärkt und beflügelt von Dankbar-keit und Bewunderung für die Leistungen der Schröder und Kippenberg, der E.R.Weiß und Walter Tiemann, der Harry Graf Kessler und Carl Poeschel, die im Übergang zu einem neu-en Zeitalter das Alte achteten, weil sie so dem immer Jungen entsprechen zu können glaubten.

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